Projekttag bringt Handwerk & Statik zusammen

9. Apr. 2026

Wie viel Kraft steckt eigentlich in einer Holzverbindung? Und was passiert, wenn Theorie auf reale Belastung trifft?

Genau diesen Fragen widmete sich der Projekttag unter dem Motto „Handwerk & Statik: Holz unter Druck“. Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit der Hochschule Biberach und unserer aktuellen Polierklasse.

Nach der Begrüßung der Studierenden mit Frau Prof. Hamm durch Markus Weitzmann und einer kurzen Vorstellung des Bildungszentrums ging es direkt in die Werkstatt. Dort erwartete der aktuelle Polierkurs mit Ausbildungsmeister Claus Wieland die Gruppe.

In kleinen Teams arbeiteten die Studierenden an unterschiedlichen Holzverbindungen – von klassisch genagelten Varianten bis hin zu anspruchsvollen Konstruktionen mit modernen Verbindungsmitteln wie Holznägeln oder Ringkeildübeln. 

Es wurde gemessen, gebohrt, geschraubt und intensiv diskutiert. Parallel dazu lief die Abbundanlage und hat einen Strebenbock mit Stirnversätzen abgebunden. Dieser wurde zum Vergleich einmal in Fichte und einmal in Eiche hergestellt um die Tragfähigkeit der unterschiedlichen Holzarten festzustellen.

Nachdem alle Material- und Verbindungsproben vorgefertigt wurden, präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse, berichteten über Ihre gemachten Erfahrungen sowie den damit verbundenen Herausforderungen und den besonders gelungenen Lösungen.

Alle gefertigten Verbindungen wurden anschließend verladen und zur nahegelegenen Materialprüfstelle der Hochschule transportiert. Dort folgte die Belastungsprobe: Mit einer mächtigen Hydraulikpresse wurden die Verbindungen schrittweise belastet. 

Die kontinuierlich steigenden Kräfte machten sichtbar, wie viel die einzelnen Konstruktionen im Realversuch tatsächlich halten. Die ermittelten Werte konnten anschließend mit den im Vorfeld errechneten Werten abgeglichen werden. 

Außerdem wurde eindeutig sichtbar, wo die Verbindungen schlussendlich versagen: bricht das Verbindungsmittel oder reißt das Holz? Wo spaltet sich das Vorholz ab und welche Holzart versagt zuerst?

Theoretische Berechnungen und praktische Realität wurden erlebbar und vergleichbar gemacht. Außerdem wurde klarer, welche Auswirkungen die Planung auf die Fertigung hat – denn was geplant wird, muss schlussendlich auch baubar sein und halten! 

Am Ende stand nicht nur ein vertieftes Verständnis für das Tragverhalten von Holzverbindungen, sondern auch die Erkenntnis, wie entscheidend das Zusammenspiel von Planung und handwerklicher Ausführung ist.

Ein Projekttag, der eindrucksvoll gezeigt hat: Holz kann mehr – auch unter Druck.