Waldkinder bekommen nach Zerstörung einen neuen Ofen

24. Aug. 2026

Bildungszentrum Holzbau sponsert neuen Lehmofen!

Text : Schwäbische Zeitung, BC, 11.08,2026

Die Freude bei der Jugendkunstschule Biberach ist groß: Im Waldkinderland im Burrenwald gibt es wieder einen Lehmofen. Am Donnerstag wurde der neue Ofen angeliefert und vor Ort aufgebaut – gesponsert vom Bildungszentrum Holzbau Biberach. Damit kehrt nach den Beschädigungen durch Unbekannte ein wichtiger Bestandteil des beliebten Ferienprojekts der Juks zurück.

Vor einigen Wochen hatten Vandalen im Waldkinderland gewütet. Unbekannte hatten mehrere von Kindern gebaute Hütten beschädigt und den Lehmofen zerstört. Juks-Leiterin Susanne Maier hatte damals von einer „Zerstörungswut“ gesprochen und bedauert, dass sich die Gewalt ausgerechnet gegen Orte richtete, die von Kindern selbst geschaffen worden waren.

Doch auf den Ärger über die Beschädigungen folgte schnell eine Welle der Unterstützung und Hilfsbereitschaft. Nach dem Bericht über die Zerstörung, der im Juni in der Schwäbischen Zeitung erschienen ist, meldeten sich zahlreiche Menschen bei der Juks. Viele wollten helfen – mit Geld- und Sachspenden, Material oder ihrer Arbeitskraft.

Besonders groß war die Unterstützung beim Wiederaufbau des Lehmofens. Das Bildungszentrum Holzbau erklärte sich bereit, den beschädigten Ofen zu ersetzen. Er wurde im Kurs „Fachkraft für Lehmbau“ hergestellt. Am Donnerstag lieferte Willi Grohse aus Ummendorf mit seinem Radlader den 800 Kilogramm schweren neuen, schicken Lehmofen ins Waldkinderland. Thilo Ruopp vom Bildungszentrum Holzbau, der die Aktion initiiert hatte, passte den Ofen gemeinsam mit Ernst Stephan vor Ort an.

„Wir sind sehr dankbar für die Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt in unserer Region“, sagt Juks-Leiterin Susanne Maier. Die vielen Rückmeldungen hätten das gesamte Team sehr berührt. „Aus einem traurigen Anlass ist etwas sehr Schönes entstanden: Menschen zeigen, wie wichtig ihnen das Waldkinderland für die Kinder und unsere pädagogische Arbeit sind.“

Auch bei den benötigten Baumaterialien erhielt die Juks Unterstützung aus der Region. Die Firmen Gustav Gerster, Biechele Stahl und Eisenwaren, Maurer Holzwerkstoffe, Holzbau Moser und Meckes Bauelemente stellten unter anderem Holz und Nägel zur Verfügung. Allein die Firma Biechele spendete 220 Kilogramm Nägel.

Der neue Ofen ist dabei mehr als nur Ersatz für das zerstörte Bauwerk. Im Waldkinderland gehört das gemeinsame Arbeiten und Ausprobieren zum Konzept. Die Kinder bauen Hütten, gestalten ihren Platz im Wald, kümmern sich ums Lagerfeuer und backen Brot. Der Lehmofen ist deshalb ein wichtiger Teil der Ferienerlebnisse. „So können wir auch unser Repertoire erweitern, wie zum Beispiel Teig machen, Pizza backen oder auch töpfern“, sagt Anna Maurer, eine der Waldleiterinnen.

Text : Schwäbische Zeitung, BC, 11.08,2026