Grundlagen und Schnittstellenproblematik mit praxisnahen Erklärungen am Modell
Von oben betrachtet wirkt ein Flachdach oft unspektakulär. Probleme entstehen meist dort, wo verschiedene Bauteile zusammentreffen: an der Attika, in der Kehle, am Übergang zur Dachterrasse oder bei einer Dachdurchdringung. Genau dort setzte am 14. Oktober 2026 unser Seminar „Flachdach und Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ an.
Zehn Teilnehmende kamen dafür ins Bildungszentrum Holzbau nach Biberach.
Die Grundlage für Planung und Ausführung bildet die DIN 18531, für die Abdichtung erdberührter Bauteile die DIN 18533. Dazu kommen die Flachdachrichtlinie und die Anforderungen des GEG am Flachdach. Im Seminar ging es darum, diese Vorgaben nicht nur zu kennen, sondern in den Funktionsschichten und Details zu erkennen, wo sie zusammenhängen. Ein großer Teil des Tages drehte sich um typische Schadensfälle. Anhand von Fallbeispielen wurde besprochen, welche Ursachen dahinterstecken und welche Maßnahmen sinnvoll sind. Auch Windlasten, Lagesicherungen und Oberflächenschutz gehörten zu diesem Blick auf das Gesamtsystem.
Die praktischen Übungen beschäftigten sich mit den Stellen, an denen Abdichtungen erfahrungsgemäß am anfälligsten sind: Innen- und Außenecken, die Kehlfixierung sowie die Attika, ausgeführt mit PVC/FPO oder Bitumen. Hinzu kamen die Ausbildung von An- und Abschlüssen sowie Bauwerksfugen. Auf dem Programm standen außerdem Dachdurchdringungen, Balkonabdichtungen, Vordächer und barrierefreie Übergänge an Dachterrassen und Balkonen. Gerade bei Sonderkonstruktionen zeigt sich, wie wichtig das Zusammenspiel von Planung und Ausführung ist.
Flachdächer sind eine Herausforderung, bei der Fachwissen und sorgfältige Ausführung gleichermaßen zählen. Unser nächstes Seminar “Flachdach und Abdichtung von erdberührten Bauteilen” findet im Frühjahr 2027 statt: